Ich komme ursprünglich aus der Pädagogik. Nach dem Staatsexamen habe ich jedoch schnell erkannt, dass die Rahmenbedingungen und Strukturen dieses Berufsfelds für mich nicht stimmig sind. Über die pädagogische Arbeit fand ich meinen Weg in die Psychologie, zu der es mich insgeheim schon immer gezogen hat. Ich absolvierte verschiedene therapeutische Aus- und Weiterbildungen und begann schließlich meine Tätigkeit in der Sexualtherapie.
Innerhalb der Sexualtherapie lag meine Spezialisierung schon früh auf Themen, die in unserer Gesellschaft noch immer mit Tabus belegt und stigmatisiert sind – nicht, weil sie schädlich wären, sondern weil sie nicht verstanden werden. Der Leidensdruck vieler Menschen, die sich aufgrund ihrer sexuellen Neigungen oder Vorlieben bis heute als „pervers“ empfinden, ist trotz wachsender Offenheit in Medien und Literatur weiterhin groß.
In meiner Praxis begleite ich Menschen dabei, ihre Sexualität zu verstehen, zu integrieren und in einen sinnvollen Zusammenhang mit der eigenen Persönlichkeit zu bringen.
Der Kern meiner Arbeit ist die Verbindung zwischen alternativen Methoden und klassischer Sexual- und Paartherapie. Beide ergänzen sich aus meiner Erfahrung hervorragend und bergen gerade in der Kombination großes Potenzial. Inspiriert fühle ich mich seit vielen Jahren von Esther Perel und David Schnarch, in deren Ansätzen Eigenverantwortung eine zentrale Rolle spielt.
Vor allem in der Arbeit mit Paaren orientiere ich mich an der differenzierungsbasierten Paartherapie nach David Schnarch und ihren Weiterentwicklungen. Dieser Ansatz geht davon aus, dass persönliche Entwicklung und Beziehungsfähigkeit einander bedingen: Je klarer ich mich selbst erkenne, desto verbindlicher kann ich im Kontakt mit anderen sein. Es geht darum, emotionale Autonomie und tiefe Verbindung in Einklang zu bringen – eine Balance zwischen unseren Grundbedürfnissen nach Sicherheit und Autonomie.
Ich betrachte die Anliegen meiner Klient:innen stets im Kontext ihrer Lebensrealitäten, Beziehungssysteme und sozialen Verortungen. Sexualität ist nie losgelöst zu verstehen, sondern eingebettet in psychische, körperliche, biografische und soziale Dynamiken. Ich arbeite lösungs- und ressourcenorientiert – mit der Überzeugung, dass Menschen Expert:innen für sich selbst sind.
Sexualität und Intimität sind auch körperlich und hormonell vermittelte Erfahrungen. Wo es die Forschungslage hergibt, beziehe ich geschlechtsspezifische Unterschiede mit ein – nicht um zu pauschalisieren, sondern um Zusammenhänge besser zu verstehen und Missverständnisse (gerade in heterosexuellen) in Partnerschaften zu klären. Beispielsweise unterscheiden sich sexuelle Erregungsmuster, Motivationen und Umgangsweisen mit sexuellen Herausforderungen nicht immer, aber oft geschlechtsbezogen. Dieses Wissen hilft, Missverständnisse in Partnerschaften zu klären und individuelle sexuelle Bedürfnisse besser zu verstehen – jenseits von Normierungen und Pauschalisierungen.
Mich fasziniert das Verstehen von Mustern und Zusammenhängen. Ich liebe den Augenblick, in dem etwas verstanden wird, das zuvor widersprüchlich oder unverständlich wirkte – das prägt auch meine therapeutische Arbeit. Ich arbeite auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, strukturiert und zugleich mit Empathie und Neugier. Es geht mir nicht darum, etwas zu bewerten oder zu korrigieren, sondern zu verstehen, welche Bedeutung bestimmte Dynamiken, Neigungen oder Fantasien im individuellen psychischen System haben. Was zunächst wie ein Problem oder Tabu erscheint, ergibt in meiner Erfahrung fast immer Sinn, sobald man es in den größeren Zusammenhang der Persönlichkeit einordnet – und daraus entsteht oft zum ersten Mal echte Erleichterung, Selbstakzeptanz und Handlungsspielraum.
In der Sexual- und Paartherapie geht es für mich nicht darum, etwas zu „bewerten“ oder zu „korrigieren“, sondern darum, zu verstehen, welche Bedeutung bestimmte Dynamiken, Neigungen oder Fantasien im individuellen psychischen System haben.
Gemeinsam mit meinen Klienten untersuche ich, welche Funktion oder Bedeutung eine bestimmte sexuelle oder emotionale Ausdrucksform erfüllt – welche Bedürfnisse, Erfahrungen oder inneren Spannungen sich darin zeigen. In meiner Erfahrung ergibt das, was zunächst wie ein Problem, Widerspruch oder Tabu erscheint, fast immer Sinn, wenn man es in den größeren Zusammenhang der Persönlichkeit einordnet. Oft offenbart sich darin eine kreative, sehr menschliche und nachvollziehbare Art, mit inneren Konflikten, Sehnsüchten oder Beziehungsthemen umzugehen.
Ich sehe meine Aufgabe darin, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen – analytisch, respektvoll und klar. So entsteht aus dem vermeintlichen Rätsel, der „unverständlichen Neigung“ ein tieferes Verständnis – und daraus oft zum ersten Mal echte Erleichterung, Selbstakzeptanz und infolgedessen auch Handlungsspielraum.
Im Laufe der Zeit wurde es mir zu einer Herzensangelegenheit, auch Fachpersonen in diesem Bereich zu sensibilisieren und fortzubilden. Als Dozentin verbinde ich meine pädagogische und didaktische Ausbildung mit meiner therapeutischen Erfahrung und inhaltlichen Expertise.
Ich biete Fortbildungen und Vorträge zu Sexualität, BDSM und Fetisch in der Sexualtherapie an und arbeite an einer professionellen, wertfreien Auseinandersetzung mit diesen Themen – in Therapie, Beratung und Lehre.
Die Arbeit als Dozentin ist für mich ein perfekter Ausgleich zu der Arbeit mit Einzelpersonen und Paaren in der Praxis. Da ich ursprünglich aus der Pädagogik komme und didaktisch ausgebildet bin, ist die Arbeit mit Gruppen für mich nichts Neues. Im Gegenteil liebe ich es, eine Gruppendynamik zu beobachten, einen Raum zu schaffen und zu halten, um Menschen die Möglichkeit zur Reflexion, zur Entwicklung und zum Austausch zu geben. Auch diese Arbeit ist von meiner systemischen Haltung geprägt. Meine didaktischen Methoden stammen hingegen aus den unterschiedlichsten Richtungen.
Mein größtes Anliegen in dieser Arbeit ist es, Kollegen und Kolleginnen dabei zu begleiten, die Hemmung, machmal auch die Angst gegenüber vermeintlich unkonventionellen sexuellen Neigungen abzubauen, sie inhaltlich fundiert auf diese Arbeit vorzubereiten, ohne den Spaß an der Sache zu verlieren, und dabei künftige Ansprechpartner für Menschen zu sein, die einen Leidensdruck verspüren.
Internationale Gesellschaft für Systemische Therapie e.V.
„Alternative Sexualität/BDSM in der Sexualtherapie“ im Rahmen der Ausbildung „Systemische Sexualtherapie“
Institut für Sexual‑, Psycho- und Traumatherapie
Modul im Rahmen der Ausbildung „Sexualtherapie“ zum Thema „BDSM & Fetisch“
Workshop „BDSM und Fetisch verstehen & begleiten“
Evangelische Hochschule Dresden
Zahlreiche Fortbildungen für Fachpersonen zu Themen der sexuellen Bildung im Rahmen des Fortbildungsprogramms (Sofi)
ProFa Sachsen, Berlin, Hessen, Osnabrück, Rheinland-Pfalz, u.a.
Referentin beim Fachtag Sachsen 2023 zum Thema „Sexarbeit in sexuellen Randbereichen aus sexualtherapeutischer Sicht“
Regelmäßige Fortbildung für Berater/-innen zum Thema BDSM/Alternative Sexualität